"mit meina kindlichn söh", Gedichte in Mundart, edition innsalz, € 15,40

Der Linzer Hannes Decker, ein schon seit Jugend an vielseitig kreativ tätiger Mensch (Chorsänger, Schauspieler, Maler), konzentriert sich seit 1995 auf Lyrik, wobei er in zahlreichen Lesungen bereits sein Publikum fand. Nun stellt er seinen ersten Gedichtband vor. Was heißt, die Gedichte sind kurz, aussagekräftig, geprägt von Ironie, Satire und voll Wortwitz.
Schon im ersten Gedicht lässt er uns in seine Seele schauen, denn "mit mein erwoxanen hirn ziag allas in zweifü, mit mein kindlichn herz gschpia i wos woah is" Und dieses Gespür für Wahrheit zieht sich durch das ganze Buch, ob es das Verändern der Welt, ob die Darstellung menschlicher Schwächen ist. Er trifft die Nägel auf die Köpfe! Viele Gedichte widerspiegeln die objektiven gesellschaftlichen Erscheinungen und erzeugen besonders starke Gefühlswirkungen. Hannes Decker tritt nicht hinter seinen Gedichten zurück. Z. B. in "net nochdenga", wo er kritisch, hinterfragend schreibt: "i kau üba d'nazi schimpfn, üban hitla, üban kriag und brauch ma dabei netamoi übaleng, wos i zu de zeidn gmocht hät!" Auch sein strahlendes, bärtiges Konterfei auf dein Umschlag soll sagen: Schaut, da bin ich hinein bis in meine "Söh!". Es sind fast 100 Seiten, in denen uns der Autor viel Persönliches mitteilt (nach dem Motto "Lyrik beginnt bei sich selbst"), wobei "d'liab" und "di schtüste zeit?" den Abschluss bilden. Hans-Peter Stechers Grafik mit Tuschzeichnungen, nicht aufdringlich, phantasievoll, gliedert sich in die moderne Gestaltung bestens ein.


Karlheinz Sandner
Illustrator:
H.-P. Stecher